Monero auf die 1? Warum XMR den Bitcoin nicht überholen kann

Monero auf die 1? Warum XMR den Bitcoin nicht überholen kann Titelbil

Jüngst geriet der Bitcoin zunehmend in die Kritik. Monero-Enthusiasten beschwören nun den Aufstieg ihrer präferierten Kryptowährung. Warum es ausgerechnet die staatliche Unterstützung ist, die den Vorteil des Bitcoins sichert.

Bitcoin wegen Epstein-Skandal erneut in der Kritik

Kann sich Monero in absehbarer Zeit als dominanteste Kryptowährung durchsetzen? Diese These stellte jüngst ein X-Nutzer mit dem Handle @XMRVoid auf. In einem viel beachteten Beitrag theorisierte jener: 

“Bitcoin hat seinen Ruf komplett ruiniert, und keine PR-Maßnahme kann ihn wiederherstellen. (…) Wir werden erleben, dass Monero in fünf Jahren die Nummer eins unter den Kryptowährungen sein wird. Merkt euch meine Worte.”

Der Anlass für seine Prognose sind primär Dokumente, die als Teil der sogenannten Epstein Files am 30. Januar vom US-Justizministerium veröffentlicht wurden. Dadurch gelangten einige Gespräche an die Öffentlichkeit, welche die ideologische Zuverlässigkeit der wichtigsten Bitcoin-Entwickler infrage stellen.

Jeffrey Epstein, dessen Name mittlerweile weithin als Synonym eines tiefen, korrupten Staates dient und dem weitgehende Verbindungen zu Geheimdiensten nachgesagt werden, involvierte sich spätestens 2014 in der Kryptobranche.

So nahm Epstein Kontakt zu bekannten Branchenvertretern auf – etwa zu den Blockstream-Gründern Austin Hill und Adam Back. Blockstream tritt seit 2014 als der dominante Bitcoin-Entwickler auf.

Durch die jüngst offengelegten E-Mails üben Teile der Krypto-Szene Kritik am Bitcoin, eben weil dieser einer strengen Hand Blockstreams unterliegt. Blockstream konnte sich als konservativer Bewahrer der Blockchain durchsetzen und stoppte die Modernisierung der zugrundeliegenden Technologie, besonders im sogenannten Blocksize-War.

Kritiker argumentieren: Auf diese Weise schmälerte Blockstream bewusst den Nutzwert der größten Kryptowährung – möglicherweise eben auch auf Anraten Epsteins, der als Bindeglied zwischen Staat und Finanzwesen augenscheinlich gar kein Interesse an einer freien, dezentralen Währung haben dürfte.

Nicht zum ersten Mal ist Blockstream derartiger Kritik ausgesetzt. Schon seit vielen Jahren existieren ähnliche Vorwürfe. Nicht zuletzt, da Blockstream mit seinem profitorientierten System Liquid direkt von den Unzulänglichkeiten des Bitcoins profitiert. Die Epstein-Akten lassen diesen Konflikt neu aufkochen.

Eine E-Mail von Austin Hill an Epstein sorgte für besondere Furore, da sie möglicherweise Intrigen in der Kryptobranche und Epsteins Einflussnahme aufzeigt.

In einer weiteren E-Mail an Amir Taaki vom Juni 2011 schreibt Epstein über Schwächen des Bitcoins, ohne diese im Detail zu nennen. Diese Nachricht sorgte für viele Spekulationen in der Krypto-Szene.

Monero auf die 1? Warum XMR den Bitcoin nicht überholen kann

Zurück zum Tweet von XMRVoid. Durch die jüngsten Epstein-Akten kommt dieser zum Ergebnis: Staatliche Stellen haben ein neues Narrativ des Bitcoins geschaffen, das von seinem ursprünglichen Ideal abweicht und ihn als Wertanlage statt als Zahlungsmittel darstellt.

Üblicherweise stützt sich Kritik dieser Art auf zwei Pfeiler: 1. auf Bitcoins geringe Skalierbarkeit, sowie 2. auf fehlende Vertraulichkeit, die den Missbrauch der Blockchain durch staatliche Stellen ermöglicht.

Bitcoins Marktkapitalisierung liegt am 4. Februar 2026 bei 1,5 Billionen US-Dollar. Monero liegt mit seiner Marktkapitalisierung von 7,0 Milliarden US-Dollar sehr weit abgeschlagen. BTC ist mehr als 200 Mal größer als XMR.

Vergleich Bitcoin Monero
Bitcoins Vorteil reicht weit über eine riesige Diskrepanz der Marktkapitalisierungen hinaus.

Die politische Landschaft wird immer dynamischer und von drastischen Veränderungen geprägt. Zwar können neue Trends rasch aufkommen, die Problematik BTC vs XMR verdeutlicht aber ein viel größeres Problem als nur eine stark abweichende Marktkapitalisierung.

So ist der Bitcoin längst eine von Behörden unterstützte Kryptowährung, während Monero gerade erst die Entstehung neuer Anfeindungen erlebt und auf staatlichen Druck von immer mehr Krypto-Börsen ausgeschlossen wird.

Wegen seiner Transparenz ist der Bitcoin eine Kryptowährung, auf deren Missbrauch sich Behörden einlassen. Auf Monero reagieren Behörden stattdessen mit Zensur.

Ein Bitcoin-Investment ist moralisch für die breite Masse mittlerweile ein einfaches Unterfangen. Man nutzt einen staatlich regulierten Marktplatz, um BTC zu erwerben. Der erste Schritt zum Kauf von Monero ist hingegen eine starke Kritik am modernen Verhältnis zwischen Staat und Volk.

Damit Monero den Bitcoin überholen könnte, müsste deshalb zunächst ein Ausnahmezustand erreicht werden, in dem die breite Masse gezielt gegen den Willen des Staates agiert. Bevor dieser Zustand erreicht wird, ist Moneros Dominanz ausgeschlossen.

Der zunehmende Totalitarismus vieler Staaten verleiht staatsfeindlichen Elementen wie Monero ständig neuen Anschub. Bislang geht die Staatskritik der Völker jedoch lang nicht weit genug, um eine führende Rolle Moneros zu begründen.

Generell ist davon auszugehen, dass die Verbreitung Moneros vergleichsweise langsam voranschreitet. Im Vergleich zu Bitcoin, Ethereum, XRP oder Solana genießt XMR nur wenig Aufmerksamkeit in den Massenmedien.

Deshalb halte ich eine Marktübernahme durch Monero innerhalb von fünf kurzen Jahren für nahezu ausgeschlossen. Größere Möglichkeiten könnten sich der Kryptowährung allerdings in den nächsten ein bis zwei Jahrzehnten eröffnen. Selbst in diesem Zeitraum halte ich es für unwahrscheinlich, dass XMR an Bitcoins Größe heranreichen wird.